|
Queen Street, George Street und Calton
Parallel zur Princes Street läuft die George Street, das eigentliche Zentrum der New Town von Edinburgh. Es ist eine Prachtstraße, die jeweils von zwei grandiosen Plätzen im Osten und im Westen eingegrenzt wird. Östlich befindet sich der St Andrews Square, am westlichen Ende der Charlotte Square. Letzterer ist übrigens die vielleicht vornehmste Wohnadresse Edinburghs. Selbst der First Minister of Scottish Parliament, ungefähr mit dem Premierminister in England zu vergleichen, wohnt hier, traditionell im Haus Nummer 6. Das ist dann eine weitere Parallele zur englischen Downing Street Nummer 10 in London, dem Sitz des englischen Premiers. Gleich nebenan, im Haus Nummer 7, befindet sich das Georgian House, welches Ihnen einen Eindruck geben wird, wie ein Haus ausgesehen hat, als es in 18. Jahrhundert erbaut wurde – und das sowohl innen als auch außen.
Die Queen Street ist die dritte Prachtstraße, wiederum parallel zur Princes und George Street. Hier finden Sie die National Portrait Gallery. Schon das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ist bemerkenswert. Der rote Sandsteinbau wurde inspiriert von nichts anderem als dem Dogenpalast in Venedig. Statuen von berühmten Schotten zieren das Museum außen. Innen geht es dann entsprechend schottisch weiter. Gemälde und Portraits von zum Beispiel Bonnie Prince Charlie, Mary, Queen of Scots, Robert Burns .....und natürlich auch Sean Connery sind zu sehen.
Calton, im Osten der New Town, gilt als Zentrum der schwul-lesbischen Szene. Die Architektur der Gegend ist grandios. Kurz nach dem Ende der Napoleonischen Kriege wurden die meisten Gebäude erbaut, um den Sieg gegen den Diktator zu feiern. Waterloo Place, benannt nach der letzten Schlacht Napoleons, ist die Prachtstraße, die von der Princes Street zum Calton Hill. Auf dem Hügel ist eines der schönsten Gebäude Edinburghs, die Old Royal High School, gebaut wie ein klassischer griechischer Tempel, die einige der hellsten Köpfe der schottischen Geschichte hervorgebracht hat. Hier finden Sie noch eine ganze Reihe von interessanten Bauten, zum Beispiel das Burns Monument, ein runder Tempelbau im korinthischen Stil. Ebenfalls befindet sich hier das Nelson Monument, das ein wenig aus der griechischen Architektur herausragt, im wahrsten Sinne des Worte, ist es doch ein Aussichtsturm, das in seiner Form eher an ein ausgezogenes Fernglas erinnert. Ganz traditionell wiederum ist das National Monument, das, wäre es fertig gebaut worden, stark an den Pantheon in Athen erinnert hätte. Leider ging das Geld vorher aus, so dass Sie heute nur zwölf Säulen sehen können. Von vielen, einschließlich dem Schriftsteller Robert Louis Stevenson (Die Schatzinsel), wird oder wurde der Calton Hill als der schönste Aussichtsort der Stadt empfunden, obwohl der Blick von Edinburgh Castle und Arthurs Seat eigentlich besser ist. Der Grund: Von hier können Sie beide Merkmale Edinburghs samt der Stadt sehen...und nicht nur jeweils eines davon.
|