Canterbury
Canterbury ist berühmt für seine Kathedrale und die “Canterbury Tales” von Chaucer. Ein schönes mittelalterliches Stadtbild rundet die Ausstrahlung des wichtigsten Bischofssitzes in England ab. Der Erzbischoff dieser Stadt steht über allen anderen Kirchenoberhäuptern der anglikanischen Kirche auf der Insel. Doch Canterbury hat noch einiges mehr zu bieten.
Die Stadt atmet Geschichte. Canterbury ist noch teilweise von Festungswällen umgeben, das mittelalterliche Flair folgt den Besucher auf Schritt und tritt. Wenn Sie die Kathedrale besuchen möchten, treten Sie zuerst durch das prachtvolle Christ Church Gate aus dem 16. Jahrhundert hindurch. Die Kathedrale mit ihren drei Türmen bestimmt noch immer das Stadtbild. Sie ist sicherlich nicht die älteste, schönste oder größte ihrer Art in England, doch strahlt sie eine ungeheure Herrlichkeit aus, wenn man sich ihr nähert. Hier wurde Erzbischoff Thomas Becket von des Königs Schergen ermordet...und somit zum Märtyrer. Ihm half es nichts, doch wurde Canterbury danach zum Wallfahrtsort und somit bedeutend reicher. Auch ist hier der “Schwarze Prinz” ,Sohn von Edward III, 1376 beerdigt worden. Dieser schlug die Franzosen in den legendären Schlachten von Crecy und Poitiers im Hundertjährigen Krieg.
Pracht und Verfall liegen oft dicht beieinander. St. Augustine’s Abbey war einst ein großer Rivale der Kathedrale, zumindest was die Größe der jetzt in Ruinen liegenden Kirche betrifft. Sie teilte das Schicksal von vielen anderen Kirchenkomplexen und fiel 1538 der gnadenlosen Hatz Heinrich VIII. auf den Katholizismus zum Opfer. Heute deuten die Ruinen immer noch an, welche Bedeutung diese Kirche einst gehabt haben muss. Der heilige Augustin, erster Erzbischoff von Canterbury, hat von hier aus gewirkt und man könnte diese Stelle, von der nur ein paar Steine übrig sind, als Geburtsplatz des englischen Katholizismus bezeichnen. Um noch die dritte im Bund zu erwähnen, St. Martin befindet sich etwas außerhalb des Stadtzentrums und behauptet von sich, die älteste noch benutzte Kirche Englands zu sein. Nachgewiesen im Gebäude sind jedenfalls wiederverwertete römische Backsteine.
Auch ein Spaziergang durch die Stadt selbst ist lohnenswert, wenn man sich denn durch die Massen an europäischen und asiatischen Touristen kämpfen kann. In der Attraktion “Canterbury Tales” können Sie einen weiteren großen Sohn Canterburys kennenlernen: Geoffry Chaucer, der mit dem Titel “Vater der englischen Litteratur” bedacht wird. Die Canterbury Tales ist die Geschichte einiger Pilger auf dem Weg nach Canterbury Ende des 14. Jahrhunderts, um des ermorderten Thomas Becket zu gedenken. Die Zeit während des langen Pilgerwegs vertreiben sie sich mit dem Erzählen von Geschichten. Bei allen geht es um die Unzulänglichkeiten des menschlichen Charakters, was manchmal humorvoll, manchmal ernst beschrieben wird. Das Werk spiegelt die Lebensweise der damaligen Mittelschicht wider und ist somit, neben seinem künstlerischen, auch von großem historischen Wert. Besser und informativer als die Canterbury Tales ist allerdings das Museum of Canterbury, in dem Sie alles über die Gegend erfahren können.
Das Roman Museum beinhaltet die Ausgrabungsfunde aus der ehemaligen römischen Stadt Duroverum. Anschaulich wird hier der Alltag der Menschen gezeigt. Besonders lohnenswert ist auch das Eastbridge Hospital, das im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Unten können Sie eine Ausstellung zum Leben Chaucers sehen. Wenn Sie jetzt noch ein wenig Zeit haben, können Sie sich noch das Royal Museum and Art Gallery anschauen. Dieses Museum ist für seine militärische Ausstellung bekannt, hat aber auch einige interessante Bilder, z.B. von Gainesborough zu bieten.
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