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Bath
Sollte es einmal einen Wettbewerb um die schönste Stadt Englands geben, Bath gehörte sicherlich zu den heißen Topfavoriten. Bath atmet Geschichte und Kultur, hinter jeder Ecke erscheint etwas neues, ein anderer Eindruck, ein anderes Flair, ein anderes Gefühl. Sie können sich die römischen Bäder anschauen und ein Bild von dem Kurort bekommen, der hier vor 2000 Jahren existierte. Sie können natürlich auch am Fluss Avon spazieren gehen oder am “Royal Crescent” vorbei, einem der majestätischsten Gebäudekomplexe Englands.
Wo aber wollen wir unseren Rundgang beginnen? Vielleicht bei der größte Attraktion in dieser vibrierenden Stadt, den römischen Bädern. Leider sind hier auch die meisten Touristen zu finden, früh morgens ist es jedoch meist am leersten. Trotzdem, der Besuch ist ein Muss für jeden Reisenden. Das berühmte sowohl Openair als auch Untertage Museum beinhaltet Ruinen, die das Leben vor 1600 Jahren vorstellbar und lebendig machen. Neben den Bädern selbst, die sich mehrere Meter unter dem heutigen Straßenniveau befinden, gibt es Funde aus dem Komplex zu sehen. Über 1 Millionen Liter heißes Wasser fließen noch heute aus einer Quelle aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Es ist die einzige ihrer Art in ganz Großbritannien. Den Römern war die Stätte heilig, neben Bädern gab es auch Tempel, die Teil der Ausgrabungsstätte selbst sind. Das heiße Wasser speiste die Bäder, einem riesigen Komplex, wenn man ihn mit der Größe der damaligen Stadt vergleicht. Die Römer waren nach Expertenmeinung jedoch nicht die ersten, denen die Quellen heilig waren. Schon vorher könnte es eine Kultstätte gewesen sein. Sicher ist das jedoch nicht. Wenn Sie sich nach dem Badbesuch etwas einzigartiges gönnen möchten, gehen Sie die paar Stufen hinauf Richtung “Pump Room”. Dieses Prunk Zimmer aus dem 18. Jahrhundert war Jahrhunderte lang Treffpunkt der “High Society”. Noch immer strahlt der Ort eine vornehme Eleganz aus, damals wie heute dient er als Restaurant. Hier können Sie einen sogenannten Cream Tea zu sich nehmen, Tee zu süßem Gebäck, das mit Sahne und Marmelade serviert wird. Nebenbei können Sie sich von leichter klassischer Life Musik unterhalten lassen. Sie können übrigens dort auch ein Glas Wasser aus der Quelle trinken. Ganz in der Nähe befindet sich die Kathedrale. Kleiner als ihre beiden Schwestern in Salisbury und Glastonbury, ist sie doch ein Kleinod aus dem 15./16. Jahrhundert, der Zeit König Heinrich VII, gebaut vom Sekretär des Königs, Bischoff Oliver King. Kaum war sie jedoch fertig, löste der Sohn des damaligen Königs, der berüchtigte Heinrich VIII, die katholische Kirche auf und das Gebäude wurde dem Verfall preisgegeben. Gerettet wurd die Kathedrale durch den Beginn der Blütezeit im späteren 16. Jahrhunderts, so dass sie uns heute gut erhalten geblieben ist. Aber setzen wir unseren Rundgang fort - am Jane Austen Centre, um die zur Zeit wohl berühmteste “Batherin” und Schriftstellerin zu würdigen. Das Centre ist ein Juwel unter den Museen, geschaffen von ihren größten Fans und liebevoll geführt. Es widmet sich ebenso seiner berühmten Namensgeberin wie der Stadt um die Zeit, in der Jane Austen gelebt hat. Kleidung ist ebenso zu sehen wie Bilder von Bath im 18. Jahrhundert. Eine interessant erzählte Biographie von Austen fehlt natürlich auch nicht, mit glühender Bewunderung von den Angestellten des Centres vorgetragen. Absolut empfehlenswert. Nun ist es nicht mehr weit zu den Prunkbauten der Stadt. Das 18. Jahrhundert hat das heutige Erscheinungsbild Baths geprägt wie kein anderes. In dieser Epoche erlebte die Stadt ihre Glanzzeit. Der “Circle” stellt einen dieser Gebäudekomplexe dar. Die Häuser sind in einem Kreis angeordnet, in der Mitte befindet sich ein Rund mit alten Bäumen, die im Sommer für Schatten und im Herbst für Farbe sorgen. Der sogenannte “Georgian” Baustill setzt sich weiter fort. Ein prachtvoller Halbkreis mit Gebäuden, der Royal Crescent, stellt den Höhepunkt unseres kleinen Spazierganges dar. Wenn Sie Glück haben und es einigermaßen warm ist, können Sie jetzt in den Parkanlagen vor dem Royal Crescent typisch englisch ein Picknick zu sich nehmen. Vielleicht haben Sie ja auch schon Sandwiches besorgt? Diese gibt es immer noch, in immer einfallsreicheren Variationen selbst in kleinen Läden zu kaufen. Genießen Sie dabei den Blick auf den Royal Crescent. Wir aber sind noch lange nicht am Ende. In der Nähe befindet sich das Costume Museum. Weniges ändert sich so schnell wie die Mode, das ist heute so und war auch in vergangenen Jahrhunderten nicht anders. Hier wird ihre Geschichte erzählt. Schauen Sie sich Kleidung aus den vergangenen 400 Jahren an. Mehr als 200 Figuren sind zu sehen, angezogen im neusten Schrei der jeweiligen Zeit. Das Museum besitzt 30.000 (!) Kleidungsstücke, die Qual der Wahl desjenigen, der diese für die Ausstellung aussuchen muss.
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